Blicke auf das Fremde

Beim Schaffen und Wahrnehmen bildender Kunst kommt es auf das genaue Betrachten der Dinge an. Die Wahrnehmung und das was gesehen wird, ist beeinflusst durch die jeweiligen Erfahrungen, Gef√ľhle, Gedanken, Stimmungen und die Tagesform eines jeden einzelnen Menschen. Die Interpretation eines Bildes unterschiedlicher Betrachter wird immer subjektiv sein.
Ich m√∂chte den interessierten Betrachter einige meiner eigenen Gedanken und Interpretationen zu meinen Bildern mitteilen, da ich es wichtig finde, dass der K√ľnstler sich und seine Bilder erkl√§rt, um mit dem Betrachter in den Austausch treten zu k√∂nnen.
Im Mittelpunkt meiner Bilder steht immer der Mensch. Es sind vor allem die Vielf√§ltigen und unterschiedlichen Gesichter und Gestalten, die eine Faszination auf mich aus√ľben. √Ėfters wurde ich auch schon gefragt, warum ich gerade sehr h√§ufig Menschen aus Afrika darstelle? Diese Frage ist f√ľr mich schwer zu beantworten, da ich die Motive der Bilder meist unbewusst w√§hle. Vielleicht ist es eine Art Suche nach anderen, fremden Pers√∂nlichkeiten, die gerade Menschen mit dunkler Hautfarbe und aus v√∂llig anderen Kulturkreisen mit anderen Sitten und Werten verk√∂rpern.
Meine Bilder sind Reisen in einzelne Wesen mit unterschiedlichen Geistern, Psychen und Gef√ľhlswelten. Dabei geht es immer wieder um Fremdheit und die Suche nach Identit√§t. Es gibt immer verborgene, fremde Anteile in unserer Pers√∂nlichkeit, die es zu entdecken gibt.
Die Entdeckung fremder, verborgener Anteile in uns setzt Offenheit und Bereitschaft voraus und kann unangenehm, ja sogar schmerzhaft sein und zeigt nicht nur die schönen Seiten unseres Lebens.
Meine Gef√ľhle offenbaren sich In meinen Bildern und werden von Betrachter zu Betrachter unterschiedlich interpretiert. Wissen und Erfahrungen spielen hierbei eine gro√üe Rolle. Vor unserem geistigen Auge entstehen Bilder, die unsere Seelen ber√ľhren. Bilder von denen wir bewusst als auch unbewusst mehr √ľber uns erfahren und lernen k√∂nnen.

Meine Porträts zeigen meist einen momentanen, bewussten als auch unbewussten Eindruck der abhängig ist von meiner Stimmung, schöpferischen Spontanität und expressiven Kraft.
Das Malen und Zeichnen ist f√ľr mich eine Ausdrucksform der Gef√ľhle, und ein st√§ndiger Begleiter in verschiedenen Stimmungsphasen, aus dem ich Kraft, positive Energie f√ľr Geist und Seele sch√∂pfe. Gleichzeitig ist das Malen ein Prozess von pers√∂nlicher Entwicklung. Jedes Bild ist eine Reise in eine neue Welt, die mich wiederum meiner eigenen Identit√§t ein St√ľck weit n√§her bringt.